Outcome – Deeskalationsmanagement

Kurzüberblick

Intervallartiges Drei –Säulen – Modell innerhalb der Institution

  • Prävention
  • Krisenintervention
  • Nachbetreuung

Prävention von Aggression und Gewalt

Aggressions- und Gewaltpräventiv wirksam sind all jene Desiderate psychiatrischer  Versorgung (vgl. Steinert et.al.), die auch in anderer Hinsicht zu den großen Themen des Fachs zählen:

  • Entstigmatisierung
  • Qualitätssicherung
  • Patientenorientierung
  • partnerschaftliche Behandlung und Psychoedukation

Wichtig sind die möglichst einheitlichen Schulungen gesamter Teams und die Einbindung in eine Fortbildungsstrategie der  Gesamtinstitution.

Organisatorische Möglichkeiten

  • Umstellung auf institutionsbezogene Gegebenheiten
  • Personalressourcen besser planen und zielgerichteter Einsatz
  • Planung monatlich von Einsatz mit begrenztem Umfang im Krisen-Intervention- Team (KIT)
  • Schulung / Implementierung  multiprofessionell und multifakultativ
  • strukturierte Erfassung von Ereignissen
  • Nachsorgeangebot für Mitarbeiter nach belastenden Ereignissen in der Institution (z.B. Trauma)

Erfassung von Basisdaten auf der Strukturebene / Risikomanagement

  • Anzahl der expansiven Ereignisse und der Zwangsmaßnahmen in einem definierten Zeitraum
  • Art und (durchschnittliche) Dauer der Zwangsmaßnahme / ggf. kumulative Dauer der Zwangsmaßnahme pro Fall oder der Behandlungstage                                                           (nach ICD 10 – Haupt-diagnosen)
  • Anzahl der Inanspruchnahme der KIT – Einsätze
  • Erfassung der Anzahl und Schwere an Verletzungen auf Mitarbeiterseite und Patientenseite innerhalb eines definierten Zeitraumes (in Relation zum antizipierten Verhalten der Patienten an Hand der BrØset Violence Checkliste – BVCL und / oder in Relation zur Schwere der Eskalation bzw. Akutsituation anhand der Staff Observation Ag-gression Scale Revised – SOAS-R)
  • standardisierte Nachbesprechung der Situation im multiprofessionellem Team sowie mit Patienten und bei Bedarf mit der Patientengruppe innerhalb der Einheit

Der „state of the art“ in diesem Kontext muss sich institutionsbezogen abbilden.

  • Standard für Zwangsmaßnahmen
  • Standard für Umgang mit Aggression und Gewalt
  • eine auf Kooperation und Partizipation ausgerichtete Gestaltung der institutionellen Prozesse
  • systematische Schulung des Personals
  • notfallmäßige und präventive Pharmakotherapie
  • Evaluation der Maßnahmen

Ethischen Abwägungen und Fragen der Verhältnismäßigkeit kommt hierbei eine große Bedeutung zu.

Organisatorische Möglichkeiten der Personalentwicklung

  • Basisschulung  (zwei Tage) Pflichtfortbildung für alle Mitarbeiter die im direkten Patientenkontakt sind
  • Refresher nach Basisschulung  in regelmäßigen Zyklen
  • Schulung aller im Team ( multiprofessionell )
  • nach einem definierten Zeitraum Wiederholung der Basisschulung
  • Teambildung / einheitliches Vorgehen in exponierten Situationen

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